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Das geistliche Wort zum Ewigkeitssonntag 2019

Wort zum Ewigkeitssonntag

Die Weihnachtsbäume sind bereits aufgestellt. Die Lichterketten hängen. Nur noch den Schalter umlegen und die Einkaufsstraßen der Städte erstrahlen im festlichen Glanz.

Wenn es doch auch sonst im Leben so einfach wäre!

Überdeckt von den Vorbereitungen auf die Advents- und Weihnachtszeit macht sich gerade am Ewigkeitssonntag ein gedankliches Rumoren breit. Ein fast schon pochender Unterton unserer Gedanken, die sich wehren, einfach so ungebremst in diesen jährlichen Weihnachtstrubel einzustimmen.

Wehmut und Nostalgie, gedämpfte Gefühle oder auch Trauer färben unsere Stimmungslagen.

 

Das zu Ende gehende Jahr kommt in diesen Novembertagen in den Blick. Und damit sind viele Hoffnungen und Träume, die wir zu Jahresbeginn noch hatten, unerfüllt vorbeigezogen und sie verschwinden im Schatten der Vergangenheit und gesellen sich dort zu vielem, was wir früher schon geplant, gehofft und erbeten hatten.

Und es fehlen natürlich besonders die Menschen, die dieses Jahr verstorben sind und mit denen wir nicht mehr den Strom dieser Zeit teilen können.

Am Ewigkeitssonntag wird an sie besonders gedacht. Und so erinnert uns dieser Tag intensiver an den Strom unserer eigenen Zeit, die mit zunehmendem Alter immer schneller zu werden scheint.

Was uns als Jugendliche vorkam wie ein Jahrzehnt, kommt uns heute vor wie eine Woche oder ein paar Tage. Wir fragen mit zunehmendem Alter vermehrt danach, wohin uns der Strom der Zeit tragen oder ziehen oder spülen wird.

Und wir werden uns immer bewusster, wie wenig wir eigentlich gegen den Lauf der Dinge unternehmen oder gar aus diesem aussteigen können.

 

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. Lukas 12,35

Diese Aufforderung Jesu lesen wir im Evangelium des Ewigkeitssonntags. Also doch: legt endlich den Schalter um, lasst die Lichter brennen, damit in den Shopping-Malls die Nacht zum Tag werde und das Vorweihnachtsgeschäft beginnen kann!?

So hat das Jesus wohl nicht gemeint. Vielmehr nimmt er diesen rumorenden Unterton, den viele von uns in diesen Novembertagen spüren, ernst und sagt uns zu: „Seid gewiss! Am Ende komme ich selber auf euch zu und geleite euch aus dieser Zeit in Gottes wunderbare neue Zeit hinein."

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. Eure Lichter, die zur Nacht brennen, sollen ins Leben weisen. Die Kleider, die zur Nacht bereitliegen, sollen das Leben anziehen.

 

Und da sind so viele Lichter, die brennen können: Das Strahlen deiner Augen, dein Lachen wider das Grau des Novembers, das Licht des Glaubens in dir, deine feste Umarmung eines Menschen, der Trost braucht - sie machen die Nacht zum Tag.

Da sind so viele Kleider, die das Leben anziehen: Deine guten Worte, die Decke, mit der du dein Kind zudeckst, dein Gedicht, wenn alles schweigt, dein Gebet über den gesenkten Köpfen von Trauernden - sie machen die Nacht zum Tag.

So also lasst eurer Lenden umgürtet sein und eurer Lichter brennen, damit in diesen manchmal so traurigen und düsteren Novembertragen das Dunkel dem Licht weicht und adventliche Stimmung in eure Herzen einziehen kann.

 

Pfarrer Ekkehard Malcher

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